Bis heute gehört der seit 1966 unter Denkmalschutz stehende Berliner Funkturm zu den Wahrzeichen der Stadt Berlin. Die Planung und der Bau des 146,7 Meter hohen Stahlturms gehen zurück in die Zeit der Weimarer Republik und hängen mit dem Siegeszug des Hörfunks in den 20er Jahren zusammen.
Am 22. Dezember 1920 fand die erste Rundfunkübertragung der Deutschen Reichspost, in Form eines Weihnachtskonzertes, statt und läutete den Aufstieg des Hörfunks ein. 1923 begann der erste Rundfunksender, die Funk-Stunde AG Berlin, ihren Sendebetrieb und so wurde ein neuer Antennenträger auf dem Messegelände in Berlin-Westend gefordert, der die alten Anlagen ersetzen sollte. Statt drei kleinere Sendemasten aufzubauen entstand schon bald die Idee eines einzigen hohen Stahlfachwerkturms als Funkturm, der als neues Berliner Wahrzeichen die Bedeutung der deutschen Funkindustrie unterschreichen sollte. Man errechnete eine nötige Antennenhöhen von mindestens 120 Metern um das Signal ausreichend ausstrahlen zu können. Schließlich fanden auch die Ideen einer Aussichtsplattform und eines Turmrestaurant bei der Planung gehör, schließlich sollte der Turm auch Touristen anlocken.
Bis zum 14. Dezember 1924 fand auf dem Messegelände die erste Große Deutsche Funkausstellung statt, weswegen erst danach mit dem Bau des Turms begonnen wurde. Die beanschlagten Baukosten in Höhe von 180.000 Mark konnten nicht ganz eingehalten werden, da im Gegensatz zur ursprünglichen Planung, noch Änderungen am Fundament, den Geländern etc. vorgenommen werden mussten. Am Ende beliefen sich die Baukosten auf 203.660 Mark.
Der Bau selbst ging relativ schnell voran. Nach dem Bau eines Stahlgittermast als Kran, konnte der eigentliche Turm bereits bis April 1925 aufgestellt werden. Jedoch dauerte der gesamte Ausbau der Anlage noch weiteres Jahr, ehe es im April 1926 zur Bauabnahme kam. Kurz zuvor konnte noch ein großes Unglück verhindert werden, als die Bauarbeiter einen, durch Lötarbeiten ausgelösten, Schwelbrand mittels Feuerlöscher rechtzeitig löschen konnten.
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Die Eröffnungsfeier, mit Einweihungsakt, fand am 3. September 1926 mit zahlreichen Gästen statt. Der Turm, der nun auch als Hauptattraktion der 3. Großen Deutschen Funkausstellung galt, wurde für den Publikumsverkehr freigegeben. Das Berliner Tageblatt schrieb zu diesem Anlass:
Der Funkturm, das neue Wahrzeichen Berlins, ist heute dem Verkehr übergeben worden. Es war eine feierliche Stunde, einfach in ihrem äußeren Rahmen, bedeutungsvoll aber in der Geschichte der Reichshauptstadt, in der Entwicklung des deutschen Rundfunks.
Der Funkturm entwickelte sich in den Folgejahren zu einem beliebten Touristenmagnet und zog zahlreiche Besucher an – Allein bis 1928 eine halbe Millionen. Darüber hinaus diente er auch als Werbeträger mit durch Glühlampen dargestellten Schriftzügen. Seine Hauptaufgabe war natürlich weiterhin die Rundfunkübertragung und so wurden bis Ende der Weimarer Republik noch weitere Sendeanlagen auf dem Turm installiert.
Nach Ende der Weimarer Republik musste der Funkturm einige Katastrophen über sich ergehen lassen und überlebte nur mit viel Glück. So brach 1935 in einer benachbarten Ausstellungshalle ein Feuer aus, welches durch starke Hitzeentwicklung einen Kurzschluss im Turm verursachte und auf den Restaurantbereich überging. Der Feuerwehr gelang es jedoch den Brand rechtzeitig zu löschen und so den Turm zu retten.
Noch schlimmer waren die Schäden durch den Zweiten Weltkrieg: So wurde bei der Schlacht um Berlin das Turmrestaurant erneut stark in Mitleidenschaft gezogen und ein Stützpfeiler sogar so stark beschädigt, dass der Turm nur noch von drei Füßen getragen wurde. Kurzzeitig stand daher sogar der Abriss des gesamten Funkturms zur Debatte, schlussendlich entschloss man sich zum Glück doch für eine Reparatur, um das Wahrzeichen zu erhalten.
In der Folgezeit verlor der Funkturm seine einstige Bedeutung als Sendeanlage, da neuere und höhere Sender gebaut wurden. 1973 endete der Rundfunksendebetrieb am Funkturm endgültig, nachdem er bereits von 1963 bis 1966 kurzzeitig ausgesetzt worden war. Aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung steht der Berliner Funkturm aber bereits seit 1961 unter Denkmalschutz, außerdem locken die Aussichtsplattform und das Restaurant auch heute noch viele Besucher auf den Turm.

